| M BWOL: SV Fellbach - TSV Altensteig 32:34 (13:18) |
| Schiedsrichter |
| Sonntag, den 07. Dezember 2008 um 10:09 Uhr |
Ein Erlebnis der ganz besonderen Art wartete auf Holger und mich dieses Wochenende. Am Freitag durften wir in der Porsche-Arena in Stuttgart das Eröffnungsspiel pfeifen, bevor wir kurz danach ein packendes Spiel der 2. Bundesliga schauen konnten. In der BWOL (4. Liga) trafen Fellbach und Altensteig aufeinander. Von den knapp 5.900 Zuschauern, die den TV Bittenfeld sehen wollten, waren immerhin schon 1.500 bei unserem Spiel zugegen. Anbei die Spielberichte aus Fellbach und Altensteig. Ganz unten im Anhang findet ihr noch einen persönlichen Kommentar zu der unterschiedlich sportlichen Bewertung unserer Spielleitung seitens Fellbach und Altensteig. ![]() SV Fellbach zeigt vor 1500 Zuschauern in der Porsche-Arena über weite Strecken zu wenig - 32:34 Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de, gefunden auf http://www.svfellbach-handball.de Selbst in der Porsche-Arena sind die Handballer des SV Fellbach jetzt zu bezwingen: Gestern Abend hat der Tabellensechste der Baden-Württemberg-Oberliga seinen zweiten Auftritt als Gastgeber in Bad Cannstatt mit einer 32:34-Niederlage gegen den TSV Altensteig beendet. Von Thomas Rennet. Hinterher spielten am Ort des ernüchternden Geschehens, in der Porsche-Arena zu Bad Cannstatt, Gäste aus Düsseldorf. Sie spielten richtig hochklassig Handball, nämlich in der zweiten Bundesliga gegen die Hausherren vom TV Bittenfeld (24:24). Hinterher spielten auch nebenan Gäste aus Düsseldorf: Die Toten Hosen rockten die Schleyerhalle. Am frühen Abend rockte auf ihre Art die Mannschaft des TSV Altensteig die Porsche-Arena. Aber das war über weite Strecken auch gar nicht so schwierig, weil sich der Auftritt des Gegners in der Baden-Württemberg-Oberliga durchaus mit dem Namen der auf dem Wasen angesagten Band beschreiben ließ. Dem Spiel des SV Fellbach fehlte gestern Abend lange jegliche Vitalität. Tote Hose beim einstigen Titelaspiranten. 40 Minuten lang wollte den Handballern um den Spielmacher Dennis Saur wenig gelingen. So wenig, dass sie sich trotz der Aufholjagd im letzten Drittel der Begegnung mit dem TSV Altensteig eine verdiente 32:34-Niederlage einhandelten. Was die Fellbacher Ballwerfer derzeit über weite Strecken zeigen, reicht nicht für die vierthöchste Spielklasse. Das war - nach einem starken Saisonstart - in den vergangenen Wochen so. Und das ist auch gestern Abend bei der bereits siebten Niederlage in dieser Runde so gewesen. Die Akteure des SV Fellbach waren zunächst im Angriff schwach und in der Abwehr noch schwächer. Über Minuten hinweg nutzte das Team des TSV Altensteig konsequent die Lücken in der Verteidigung des Widersachers. Jeder Versuch ein Treffer. "Wir sind immer einen halben Schritt zu spät gekommen", sagte der Fellbacher Cheftrainer Harald Beilschmied. So führte der Vorletzte schon zur Halbzeit mit 18:13. Unter den rund 1500 Zuschauern in der Porsche-Arena hatte nur die lautstarke Delegation aus Altensteig Vergnügen am einseitigen Geschehen. Doch immerhin fanden die Fellbacher nach einem 18:24-Rückstand noch einmal zurück ins Spiel. Mit Peter Mattulat zwischen den Pfosten, der - anders als der erste Schlussmann Sinan Tiras - einige Treffer verhindern konnte. Mit Cedric Coudoro, der nach seiner Einwechslung noch sieben Tore erzielte. Und auch mit Dennis Saur, bei dem sich allerdings feine und weniger feine Szenen in wilder Folge abwechselten. Irgendwie bezeichnend, dass er das Ende des Spiels nur noch als Zuschauer miterleben durfte, nachdem er ein Tor mit einem Schubser angereichert und dafür die Rote Karte gesehen hatte. Nach der Geduld des 26-Jährigen schwand die Hoffnung auf einen Sieg im Endspurt. Am Schluss jubelten die Gäste aus Altensteig um den erfahrenen Michael Schilling (acht Treffer) und den jungen Torsteher Paul Bar. Die Handballer des SV Fellbach sind jetzt selbst in der Porsche-Arena zu bezwingen. Dort hatten sie beim ersten Mal, im Februar 2007, noch den TSB Horkheim (36:34) besiegt. SV Fellbach: Tiras, Mattulat - Marjanovic (6/1), Stratmann (2), Molitor (5), Coudoro (7/2), Hartl (2), Schubert (2), Saur (7/1), Gomes (1), Miletic, Stump, de Boer. Bericht aus Altensteig (Quelle: http://www.tsvaltensteig.de/):In einem Handballkrimi, der nichts für schwache Nerven war, avancierte Paul Bar zum Matchwinner. Mit sechs gehaltenen Strafwürfen und ebenso vielen gehaltenen freien Würfen brachte er die Angreifer des SV Fellbach an den Rand der Verzweiflung. In der Porsche-Arena hieß es für den TSV Altensteig nicht mehr oder weniger, auf den Zug Richtung Mittelfeld der BWOL aufzuspringen, oder einen Stammplatz in der Abstiegsregion zu buchen. Von Anbeginn an zeigte der TSV, dass sie gewillt waren, beide Punkte aus der großartigen Spielstätte mit nach Hause zu nehmen. Teilweise lag die Zamojski-Sieben mit fünf oder sechs Toren in Führung. Bis zehn Minuten vor Ultimo sah unsere TSV Altensteig auch wie der sichere Sieger aus. Dann erfolgten jedoch einige, zumindest sehr fragwürdige Entscheidungen der Unparteiischen. Und plötzlich war Fellbach vier Minuten vor dem Abpfiff plötzlich wieder dran, das Spiel drohte zu Ungunsten der Altensteiger zu kippen. Wenige Sekunden vor dem Ende zeigte Dennis Rutkewitz, dass er in dieser Runde der Leitwolf sein will. Er setzte sich auf Halbrechts durch und erzielte den verdienten und viel umjubelten 32:34 Siegtreffer. Am gestrigen Abend zeigte die Mannschaft wieder, dass sie nicht nur schönen, schnellen Handball spielen kann. Auch dass sie in der Lage ist, sich aus gefährlichen Situationen durch Kampf zu befreien, zeigte sie eindrucksvoll. Bei allen Spielern war der Wille zu gewinnen deutlich zu erkennen. Und wenn unsere Angreifer in Persona von Maxim Cahn oder Dennis Rutkewitz einmal abgeschirmt waren - dann gab es einen Christopher Heinzelmann, der in die Bresche sprang. Ihn hatten die Fellbacher wohl nicht auf ihrer Rechnung. Er erzielte wunderschöne, vor allem aber enorm wichtige Tore und zeigte wieder, dass er zur Mannschaft gehört. Für die nächsten Spiele heißt es nun, die gezeigten Leistungen zu konservieren und mit breiter Brust ins nächste Heimspiel zu gehen. Meine Meinung (muß ausnahmesweise auch mal sein): Während Fellbach uns eine gute Leistung attestierte, war von einem Vertreter aus Altensteig nur unbrauchbares Geblubber zu vernehmen. Das Hauptargument, mit dem man unsere vermeintlich seltsame Spielleitung zu dokumentieren versuchte, war das 7-m-Verhältnis mit etwa 11:4 für Fellbach. Dies erwies sich als "argumentative Luftnummer". Dass dies Resultat der unterschiedlichen Spielweise und der Chancenauswertung in einer Durchbruchsituation beider Mannschaften war, hat wohl er auch erkennen müssen, wollte dies aber in der SR-Kabine nicht preis geben. Auch ist das Spiel nicht aufgrund der Schiedsrichterleistung in der 2. HZ hektisch geworden. Fellbach hat auf einmal auch Handball gespielt, ist herangekommen, glaubte gar an eine Siegchance und Altensteig sah die Felle davonschwimmen. So hat der Altensteiger Offizielle dann mürrisch und schnell den Spielbericht unterschrieben wollen und zog ohne weitere Spielanalyse von dannen. Schade, denn uns hätte schon gerne interessiert, welches die im Bericht genannten "fragwürdigen Entscheidungen" waren. Es ist ja nicht so, dass wir unser Leistung nicht zur Diskussion stellen und auch selbstkritisch genug sind, zu wissen, dass nicht jede Entscheidung 100% gepasst hat. So hat aber Altensteig es versäumt, an einem Verbesserungsprozess mitzuwirken. Vielen Dank an die sachliche und sportliche Analyse des Verlierers (!) Fellbach, die sich die Zeit genommen haben, das Spiel aufzuarbeiten. Neben 2 vernachlässigkaren Kleinigkeiten (2x Schritte übersehen) haben sich die Trainer etwas an der harten Progressionslinie gestört. Diesse wurde konsequent durchgezogen, dabei wurden auch beide Mannschaften gleich behandelt, aber insgesamt 16 Zeitstrafen insgesamt erschienen den beiden Übungsleitern für den fairen Spielverlauf etwas übertrieben. Wir als Schiedsrichter behalten diesen Kommentar im Hinterkopf und werden sehen, ob sich solche Kritik häuft. Wir sind der Meinung, dass diese Anzahl an 2-Minutenstrafen leicht über dem Durchschnitt der BWOL liegt, aber keinen Ausreiser darstellt. Im übrigen geben wir Fellbach recht: Das Spiel war über weite Strecken sehr fair. Die Entscheidung zur Progression hatte seine Ursache auch meist nich in einer übertrieben harten Gangart der Abwehr sondern war oft Resultat einer zu langsamen Abwehraktion (Eingreifen von der Seite vor allem in Durchbruchsituationen, Festhalten am Trikot nachdem der Angreifer bereits am Abwehrspieler vorbei war). |
